Pressemitteilung: Unfall bestätigt Unsicherheit des Atommüllendlagers Bure: Erdrutsch mit Todesfolge am werdenden Atommüll“end“lager in Bure

31. Januar 2016 · publiziert von

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Ein Toter bei Unfall in geplantem Atommülllager in Frankreich  afp.com

Unfall bestätigt Unsicherheit des Atommüllendlagers Bure: Erdrutsch mit Todesfolge am werdenden Atommüll“end“lager in Bure  Pressemitteilung des Antiatomnetzes Trier:Trier, den 29. Januar 2016

Unfall bestätigt Unsicherheit des Atommüllendlagers Bure
Erdrutsch mit Todesfolge am werdenden Atommüll“end“lager in Bure

Tödlicher Erdrutsch im französischen Versuchslabor von Bure – Das Projekt CIGEO für geologische Tiefenlager von hochradioaktivem Müll muss gestoppt werden!

Am 26. Januar 12.40 Uhr ereignete sich in den unterirdischen Gängen des Versuchsbergwerks von Bure ein tödlicher ‚Erdrutsch‘ ( Bericht der AFP in Deutsch). Dort führt die ANDRA¹ Forschungsarbeiten durch, um in 500 Metern Tiefe den am stärksten radioaktiven Müll der Atomindustrie zu „entsorgen“. Eine Person ist bei diesem Vorfall gestorben, eine andere wurde verletzt. Dies ist der zweite tödliche Un­fall am Endlagerprojekt in Bure, 2002 war bereits ein Arbeiter tödlich in 228 Meter Tiefe verunglückt² (vgl. Aktueller Bericht aus „Le Monde“).

”Wir gedenken der Opfer und und trauern gemeinsam mit ihren Familien. Während wir auf genaue Informationen über die Umstände und Konsequenzen aus dem Unfall warten, stellen sich viele Fragen, die die Unsicherheit des Atommüllendlagers Bure betreffen:

1. Wenn die ANDRA nicht mal fähig ist, die Sicherheit ihrer eigenen Bauarbeiten zu gewährleisten, wie will sie dann die zukünftige Sicherheit für mehr als 100.000 Jahre garantieren, für ein Mega-Projekt, das aus mehr als 300 km unterirdischen Gängen und 5 km unterirdischer Bergbahn besteht?

2. Wenn das Projekt CIGEO eines Tages um bzw. unter Bure gebaut wird, wie will man dann ähnli­che Un­fälle vermeiden – vor allem da unter dem aktuellen Finanz-Druck der staatlichen Stromfir­ma EDF jetzt eine ”Billigvariante“ für Bure anvisiert wird (25 statt 35 Milliarden Euro).

3. Die ANDRA präsentiert den Untergrund unter Bure als hoch sicheren Safe: durch diesen Erd­rutsch ist die tatsächliche Stabilität des Lehm-Ton-Gesteins, in dem Atom­müll für Jahrtausende vergraben und si­cher vor der Biosphäre abgeschirmt werden soll, in Frage gestellt.

4. Wenn die unterirdischen Bruch- bzw. Verwerfungslinien, die offensichtlich mit den Bohrungen zusamm­enhängen, schon im Versuchsbergwerk in Erscheinung treten, was wird dann sein, wenn das Zentrum für die unterirdische Atommülllagerung gebaut ist und dann dort mit eingelagertem hochradio­akt­iven Müll ähnlich gravierende Unfälle geschehen?

”Dieser ‚Erdrutsch‘ bestätigt, dass die Reversibilität, also Rückholbarkeit, der Atommüll-Einlagerung nicht garantiert werden kann. Da ein Gesetzesentwurf über die Reversibilität sowie über die Durch­führung als Pilotprojektphase für Juni 2016 eingebracht wurde, muss das Endlagerprojekt jetzt drin­gend gestoppt wer­den. Dieser Unfall zeigt das enorme Risiko des Atommülllagers, ein Risiko auf das die Atomkraftgegner schon seit 20 Jahren hinweisen.“ so die Kritik der Stop Bure Initiativen.

”Das Projekt Cigeo/Bure ist teuer und gefährlich, es muss sofort beendet werden. Frankreich muss als erstes dringend die weitere Produktion von Atommüll beenden. Die Beschwichti­gungen der ANDRA, dass kein hochradioaktiver Müll hier im Versuchslabor lagert und die betroffene Stelle nicht das Lager sei, lenkt nur ab. Für die Atomindustrie geht es nur darum, dass das Projekt akzeptiert wird und die politische Entscheidung irreversibel ist. Es soll dann einige Kilometer entfernt im gleichen unsicheren Lehm-Ton­-Gestein gebaut werden.³ Dass die Einlagerung von Atommüll auch irreversibel und damit noch unkalku­lierbarer wird, interessiert dann nicht mehr“ so die Kritik vom Antiatomnetz Trier.

”Der Unfall zeigt, dass es mal wieder an Aufklärung und Information mangelt – Transparenz wird verspro­chen, aber nicht eingehalten. Genauso wie es keine wirkliche Bürgerbeteiligung der ganzen Großregion, keine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung und keine ehrliche Kommunikation und demokrati­sche Entscheidung zu Bure gibt. Die Region wurde getäuscht, Land und Menschen ge­kauft, um das un­lösbare Atommüllproblem zu kaschieren und zukünftigen Generationen als Zeit­bombe aufzubürden. Bure dient dem Weiterbetrieb auch des Pannen­reaktors Cattenom. Wir fordern ein Ende für Bure, ein Ende der Atommüllproduktion und die Stilllegung aller Atomanla­gen wie Tihange, Fessenheim und Catte­nom!“ so das Antiatomnetz abschließend.

1) Agence National des Dechets Radioactive = Nationale Agentur für radioaktiven Müll
2) Eric Joly starb 2002 auf der Baustelle des Versuchslabors, die Arbeiten ruhten danach für 11 Monate http://gazettenucleaire.org/2007/241242p05.html und http://perline.org/?La-verite-au-fond-du-puits-de-Bure-en-Barrois
3) Die sog. Zone de Transposition (Umwandlungsgebiet), 200 Quadratkilometer um Bure kann das Endlager entstehen.

Weitere Info:

Es hat in Bure gerade einen Toten und einen Schwerverletzten gegeben in einer unterirdischen Galerie am Atommüll-Endlagerstandort gegeben. Durch Erdrutsch. In Bure gibt es bislang das unterirdische „Labor“ (dort ereignete sich der Unfall) und die Bauarbeiten für das eigentliche Endlager (das noch nicht genehmigt ist) , das Projekt heißt CIGEO, haben bereits begonnen. Die Erde wird in der ganzen Gegend insbesondere in der Nähe des „Labors“ und von dem ehemaligen Bahnhof Luméville (dort wo die CASTOR-Bahn gebaut werden soll) herumgewühlt, es sind die archäologische Untersuchungen vor den eigentlichen Bauarbeiten.Die Regierung hat inzwischen öffentlich angegeben, dass CIGEO 25 Milliarden Euro kosten wird. (EDF AREVA sagen 20 Milliarden, die ANDRA die für die Umsetzung von CÌGEO zuständig ist, sagt 34 Milliarden) Aktuelle Infos unter anderem hier: http://vmc.camp/

 

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