6 Jahre Fukushima – Mahnwache – Katastrophe ohne Ende

11. März 2017 · publiziert von

Pressemitteilung:
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atastrophe ohne Ende  – Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des GAUs in Fukushima 11.03.2017

Die Bürgerinitiative gegen atomare Anlagen und die Ärzteorganisation IPPNW luden mit Trommelklängen ein, zum gemeinsamen Innehalten, zum Gedenken an die Opfer des atomaren GAUs von Fukushima. Dieser Einladung folgend bildete sich am Samstagvormittag am Oberen Markt in Weiden um das Licht einer Grabkerze herum ein Kreis von schweigenden Menschen, die für 5 Minuten innehielten und so die Aufmerksamkeit der Passanten erhielten.
Die Atomkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011
Am 11. März 2011 – 14.46 Uhr ereignet sich ein schweres Seebeben und verursacht im AKW Fukushima Daiichi gravierende Schäden; die nachfolgende Tsunami-Flutwelle verschärft die Situation. In allen drei Reaktoren kommt es in den darauffolgenden Tagen zur Kernschmelze.

Sechs Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima leben die Menschen in Japan weiterhin mit deren verheerenden Folgen. Darauf weist die Ärzteorganisation IPPNW anlässlich des 6. Jahrestages hin. Die havarierten Atomreaktoren des AKW Fukushima Dai-ichi sind weiterhin nicht unter Kontrolle. Im Inneren der Reaktorkerne wurden kürzlich so hohe Strahlenwerte gemessen, dass ein Mensch dort nach wenigen Minuten sterben würde. Die Bergung der geschmolzenen Brennstäbe wird vermutlich für viele Jahrzehnte nicht möglich sein, so dass die maroden Kraftwerksgebäude bei zukünftigen Naturkatastrophen eine hohe Gefahr für die gesamte Region darstellen.“ Während Greenpeace vor der hohen Strahlung warnt, bleibt die japanische Regierung ungerührt. Die Katastrophe dauert noch viele Jahre an und hat an brisanz noch lange nicht verloren“, bedauert BI-Sprecherin Hilde Lindner-Hausner und bekundet: „Sayonara nukes – Sayonara Atomkraft – weltweite Abkehr von der Atomkraft – AKWs schnellstens abschalten“.

Sie spannt somit den Bogen zu Temelin. „Was verbindet Fukushima mit unserem Nachbaratomreaktor Temelin?

indem sie Brigitte Artmann, BI  Stoppt Temelin zitiert: „Wie einst im japanischen AKW Fukushima Daichii gibt es auch im tschechischen AKW Temelin vertuschten Pfusch am Bau. In den Reaktoren im japanischen AKW hatte man laut ZDF Hochdruckdampftrockner um 180 Grad verkehrt herum angeschweißt. In Temelin 1 gibt es eine um 180 Grad an den Reaktorkessel verkehrt herum angeschweißt Hochdruckleitung mit 80 cm Durchmesser. Wenn sie reißt, kommt es zum Schlimmsten.“

Der Infotisch bot sowohl nähere Informationen zur Temelinkonferenz vom 25.03.2017 in München, als auch die Möglichkeit der Beteiligung an Unterschriftenaktionen und zur Diskussion zu den vielfältigen Themen dieser Tage, wie:  Atommüllendlager im Oberpfälzer Granit; Wer B sagt muss auch C sagen – Gundremmingen jetzt abschalten, Kampagne Neckar Castorfrei, AKW ISAR, Kettenreaktion Tihange und zur Förderung der dezentralen Energiewende ohne Monstertrassen…

Besondere Aufmerksamkeit bekamen allerdings die Geschehnisse am Freitagvormittag als 22 Minuten lang der Funkverkehr zu einem Flugzeug das nach Londen unterwegs war ausgefallen war. Mehrere Kernkraftwerke in Norddeutschland und auch das bereits stillgelegte AKW Grafenrheinfeld waren dem Vernehmen nach bis auf eine Notbesetzung evakuiert worden. Auch in Grundremmingen gab es einen Alarm.
Viele Fragen stellten sich ein:
Was wäre passiert, wenn sich der Funkkontakt nicht wieder eingestellt hätte?; Wäre das Flugzeug abgeschossen worden?;
Warum wurden nur bei den Kernkraftwerken Maßnahmen ergriffen; Wieso wurden große Chemiefrabriken, Bahnhöfe usw. nicht evakuiert?; Halten AKWs und Zwischenlager dem Aufprall einer Verkehrsmaschine stand?; Was wäre passiert, wenn es sich um einen Terrorakt gehandelt hätte?; Würde bei einem Aufprall und Freisetzung von Radioaktivität eine Jodprophylaxe  durchgeführt werden?; Würde die Verteilung der Jodtabletten wirklich funktionieren?
Diese Frage, beschäftigt die BI seit längerem. Hilde Lindner-Hausner und auch Sieglinde Plödt von IPPNW fragen sich, warum den Bürgern Deutschlands beim Austritt von radioaktivem Jod nicht in gleicher Weise ermöglicht wird, sich vor einer Anreicherung der Schilddrüse mit radioaktivem Jod zu schützen, wie es den Bürgern Österreichs ermöglicht wird? Kaliumjodid wird in Österreich zur häuslichen Bevorratung in Apotheken kostenlos ausgegeben. Dieses Anliegen wurde bereits an den Oberbürgermeister Seggewiß und an Landrat Andreas Meier herangetragen.
„Wir werden hier unbedingt weiter dranbleiben“, erklärten sie einhellig. Abschließend luden sie für Ostermontag nach Waidhaus zum gemeinsamen „Trommeln gegen Temelin“ ein.
INFOTISCH AB 10 Uhr
Gedenkminuten  AB 10.50 Uhr

IPPNW schreibt:

6 Jahre Fukushima – 31 Jahre Tschernobyl

Die Atomkatastrophen bestehen fort. Die Folgen für Mensch und Natur verschwinden nicht. Kernschmelzen sind nicht beherrschbar. „Dekontaminierung“ der verstrahlten Gebiete bleibt Stückwerk.

In Deutschland führte der Super-GAU in Fukushima unter dem Druck der Antiatombewegung zum Ausstiegsbeschluss. Neun Leistungsreaktoren wurden seither abgeschaltet, acht sind noch in Betrieb und produzieren jedes Jahr ca. 300 Tonnen weiteren gefährlichen Strahlenmüll. Wenn das letzte Atomkraftwerk 2022 vom Netz geht, werden sich laut Bundesamt für Strahlenschutz in den Zwischenlagern fast…
http://www.ippnw.de/aktiv-werden/kampagnen/tschernobylanzeige.html   — An einer Anzeige kann man sich beteiligen

Greenpeace – Pressemitteilung
Greenpeace-Aktivisten veröffentlichen Messreport aus Region um den Unglücksreaktor
Japanische Regierung will Evakuierungszone um Fukushima aufheben – hohe Strahlung gefährdet Menschen

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