Mahnwache 39. Jahrestag Tschernobyl SuperGAU

30. 04. 2025 | 12:00 13:30
Macerata-Platz, Weiden

Mahnwache zum 39. Jahrestag des atomaren Tschernobyl-SuperGAUs
Mittwoch 30.04.2026, 12 Uhr Weiden, Macerata-Platz
mit gemeinsamem Gedenken um ca. 13 Uhr
Hintergrundinfo, Diskussion und Austausch am Infostand

Der Krieg gegen die Ukraine fordert mehr denn je unser Augenmerk auf die Situation des explodierten Reaktors, dessen Sarkophag kürzlich durch eine Drohne verletzt wurde. Der SuperGAU forderte unzählige Opfer. Sie dürfen nicht vergessen werden und sollen mahnen, der Atomkraft weltweit abzusagen.

Der Krieg gegen die Ukraine fordert mehr denn je unser Augenmerk auf die Situation des explodierten Reaktors, dessen Sarkophag kürzlich durch eine Drohne verletzt wurde. Der SuperGAU forderte unzählige Opfer. Sie dürfen nicht vergessen werden und sollen mahnen, der Atomkraft weltweit abzusagen.

Liebe Mitstreiter*innen,

am 26. April jährt sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 39. Mal.
Fast vier Jahrzehnte sind vergangen – und trotzdem bleibt das Ereignis präsent. Nicht, weil wir uns krampfhaft daran erinnern müssten, sondern weil es nie aufgehört hat, relevant zu sein.

Die Folgen von Tschernobyl sind nicht abgeschlossen – weder für die betroffenen Menschen, noch für die Energiepolitik weltweit. Und gerade in einem Land wie unserem, das den Atomausstieg offiziell beschlossen hat, zeigt sich: Das Kapitel ist noch längst nicht zu Ende geschrieben.

Solange in Gronau weiterhin Uran angereichert und in Lingen Brennstoff produziert wird, solange an neuen Reaktorkonzepten gebastelt wird – solange bleibt auch unser Einsatz notwendig. Nicht aus Prinzip, sondern weil die Realität es verlangt.

Die Gedenktage rund um Tschernobyl sind dabei keine Rituale – sie sind Gelegenheiten, unsere Haltung zu zeigen: Wachsam, konsequent, verbunden. Ob bei Kundgebungen, Mahnwachen oder Aktionen wie zuletzt beim Ostermarsch in Gronau – unser Engagement ist da, weil es gebraucht wird. Und weil es niemand sonst so konsequent einfordert.

Dass wir dabei nicht stehen bleiben, sondern auch die internationale Perspektive im Blick behalten – den AKW-Ausbau in den Niederlanden, die ungelösten Fragen der Atommülllagerung, den zerstörerischen Uranabbau weltweit – ist für uns selbstverständlich. Denn wir wissen, dass eine echte Energiewende keine Grenzen kennt.

Ein weiteres Beispiel: Der geplante Verkauf bulgarischer Atomreaktoren an die Ukraine ist inzwischen vom Tisch. Zwar wollte die Ukraine mit den Reaktoren aus Belene den Verlust des AKW Saporischschja kompensieren, doch nun plant Bulgarien offenbar, sie selbst zu nutzen – trotz massiver Bedenken. Die Reaktoren stammen aus russischer Produktion, das Gebiet um Belene gilt als erdbebengefährdet, und in der Ukraine fehlt es sowohl an Infrastruktur als auch an Finanzierung. Auch das zeigt, wie riskant, widersprüchlich und teuer Atomenergie weiterhin ist – und wie wichtig es bleibt, solche Entwicklungen kritisch zu begleiten.

Tschernobyl bleibt Mahnung. Unser Einsatz bleibt Antwort. Und es ist gut zu wissen, dass wir in all dem nicht allein stehen, sondern Teil eines verlässlichen Netzwerks sind – klug, entschlossen, solidarisch.

Zum Zeichen des Gedenkens und der Mahnung werden wir zu einer, Mitte nächster Woche stattfindenden, Mahnwache aufrufen.
Die Anmeldung hierfür läuft noch – In Kürze werden wir Euch Ort und Zeit mitteilen. Wir freuen uns, wenn ihr mit dabei seid – still, sichtbar, gemeinsam.



Aus der Presse:

Bulgarische Atomreaktoren: Kein Verkauf an die Ukraine
Weil sie nicht mehr auf das AKW Saporischschja zugreifen kann, wollte die Ukraine andere Atomanlagen fertigbauen. Daraus wird nun erstmal nichts.
https://taz.de/Bulgarische-Atomreaktoren/!6079312

Reparatur des Arkendachs der Tschernobyl-AKW nach dem russischen Angriff hat noch nicht begonnen.
Die Leitung des Kraftwerks erklärte den Grund.
https://112.ua/de/remont-arki-caes-pisla-rosijskoi-ataki-dosi-ne-rozpocavsa-kerivnictvo-stancii-poasnilo-pricinu-61334